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Heilkräuterreise auf die griechische Insel Alonissos

Aktualisiert: 6. Juni 2019

Als die Eisheiligen Mitte Mai in Deutschland einzogen, habe ich meine Koffer gepackt: Mit meinen Gästen ging es auf Kräuterurlaubsreise in die nördlichen Sporaden in Griechenland. Im folgenden Blogbeitrag halte ich meine Eindrücke fest.

Wanderung während der Kräuterreise auf der griechischen Insel Alonissos.

Griechenland ist ein großartiges Ziel für Kräuterreisen: es gehört zu den florareichsten Ländern unserer Erde – und das obwohl die Böden steinig und karg sind. Die Kraft der Sonne und das Meeresklima verleihen den Pflanzen ein intensives Aroma. Seit Jahren fahre ich mit meinen Reisegruppen auf die griechische Insel Alonissos.

2,5 Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre von Skiathos nach Alonissos. Am Hafen angekommen werden wir freudig begrüßt von unserem Gastgeber. Jetzt sind alle gespannt auf die mediterrane Pflanzenvielfalt, die uns erwartet.


Das Thymbra-Bohnenkraut ist eine der ersten Pflanzen, die wir entdecken.

Als erstes begrüßt uns das Thymbra-Bohnenkraut (Satureja thymbra).


Es wächst sehr üppig an vielen Orten auf der Insel. Es wirkt antibakteriell und wird in Griechenland gerne als Teeaufguß bei Erkältungen getrunken. Ich gebe das Kraut auch gerne auf die Pizza oder in Nudelgerichte.






An einer Felsküste finden wir den Meerfenchel (Crithmum maritimum) (Foto links). Er ist nicht mit dem echten Fenchel verwandt – nur der Ähnlichkeit der Blätter ist der Name zu verdanken. Die Blätter enthalten viel Vitamin C und Mineralien. Sie können frisch gegessen oder in Wasser gekocht werden. Der rote Bocksbart (Tragopogon porrifolius) (Foto rechts) beeindruckt uns mit seiner purpur-violetten Blüte. Wenn die verblüht ist, erfreut er uns mit einer riesigen Pusteblume. Die Wurzel der Pflanze ist sehr schmackhaft und kann wie Schwarzwurzel zubereitet werden.

Die echte Myrthe (Myrthus communis) wird unter anderem in der Sterbebegleitung eingesetzt.

Die echte Myrthe (Myrthus communis) galt in vielen Kulturen als heilig und war ein Symbol von Reinheit, Anmut und Liebe.


Aus den kleinen weißen Blüten und den Blättern wird ein ätherisches Öl gewonnen, welches in der Sterbebegleitung eingesetzt werden kann. Der zarte Duft erleichtert den Sterbenden, loszulassen und leichter in die Anderswelt hinüber zu gleiten.


Ein Tee aus den Blättern zubereitet ist auch wohltuend als Inhalation bei Kieferkieferhöhlenentzündungen und Brochitis. Aus den blauschwarzen Beeren des Strauches wird im Herbst gerne ein herrlich schmeckender Likör zubereitet.




Wilde Malve (Malva sylvestris) (linkes Bild). Ein Tee aus dieser aufrecht wuchernden Pflanze mit ihren rosa-violetten Blüten, vertreibt Halsschmerzen und Husten. Die Blüten im Wildkräutersalat sind eine wahre Delikatesse. Den Ackersenf (Sinapis arvensis) mit seinen kleinen zitronengelben Blüten entdecken wir überall. Seine Blätter werden im zeitigen Frühjahr sehr gerne als Wildgemüse gegessen und seine schmackhaften Samen verfeinern Salatgerichte und sind verdauungsfördernd.

Ich bin dankbar für die viele Pflanzen, die uns auf dieser Frühlingsreise begegnet sind. Alonissos, du traumhaft abgelegene Insel – ich besuche dich bestimmt bald wieder!

Traumhaft: auf der Insel wachsen und blühen Wildkräuter, gleich dahinter strahlt das blaue Meer.

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